Modellbau-Philosophisches

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Das deutschsprachige Missing-lynx Forum unter der Leitung des Teams von panzer-modell (Carsten Gurk und Thomas Hartwig). Hier konnt Ihr alles rund um den Militarmodellbau und Militargeschichte diskutieren.

Modellbau-Philosophisches

Joined: November 29th, 2006, 4:05 pm

February 12th, 2007, 4:50 pm #1

Hallo miteinander,

beim Betrachten meiner Modellbauvitrine bin ich grad ins Nachdenken /Philosophieren gekommen, wie denn so die Ansprüche von uns Modellbauern und mittlerweile die geliefere Qualität der Hersteller gestiegen sind.


Ich glaube 98 war die Wespe von Tamiya das Maß aller Dinge, 2001 war es der Marder und der FAMO von Tamiya, 2003 die Franziska von Trumpeter und heute: die details immer feiner, immer mehr zubehör - ist schon wahnsinn wie schnell die Ansprüche steigen.

die alten modelle von ende der 90er/anfang 2000 würden wahrscheinlich im Vergleich zu heutigen modellen und deren Zubehör heute nur als sehr guter durchschnitt durchgehen. Und das wenn ich bedenke, wie stolz ich damals war, eine wespe und einen marder mein eigen nennen zu dürfen.

Wie ist eure Meinung dazu

Torsten
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Joined: March 10th, 2003, 8:29 pm

February 12th, 2007, 7:18 pm #2

Hallo Torsten,
ich denke das Problem liegt eigentlich an ganz andere Stelle. Der Modellbauer möchte doch eigentlich immer detailliertere Modelle zu immer niedrigeren Preisen.
Braucht man das wirklich? In der letzten Xtrem Modelling wurde ein toller Wettbewerb erwähnt. In Honkong wird regelmäßig zum "All in the Box" Wettbewerb eingeladen. Du darfst alles verwenden was Du in der Modellbauschachtel findest. Nichts darf dazu gekauft werden.
Wenn Du mich fragst, da machen echte Asse mit. Wer von uns gibt sich denn noch die Mühe und macht Umbauten wirklich selbst. Inneneinrichtungen? Die gibt es doch schon fast für jeden Panzer als Zubehör.
Ich mache ja auch keine Ausnahme dabei. Armaturen selbst gebaut? Wozu? Der Handel hat doch alles.
Aber um auf Deine Frage zurück zu kommen, gestern habe ich einen alten Panzer (1:72) mit beigefügtem Diorama aus der Kiste geholt. Wow, war ich stolz auf meine Leistung damals. Ich werde dieses Modell auf den Ausstellungen präsentieren und daneben meine neusten Modelle stellen. Die Leute sollen ja auch was zum schmunzeln haben. Das beste Beispiel für mich ist noch der Opel Blitz von Italerie. Oh weh. Meine ersten Beschußschäden hab ich da gezeigt. Heute lächel ich darüber.

Bin trotzdem gerne dabei. Neulich habe ich einem Kollegen einen alten Tamiyabausatz mit Batterieantrieb abgekauft. Das Ding muß noch von 1975 oder 1980 sein. Dieser Bausatz wird von mir gesupert. Aber ohne Zurüstsätze und Inneinrichtungen von CMK oder ähnlichen. Das wird bestimmt kniffelig aber sollte doch Spaß machen.
Also bis dann.
Gruß
kai
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Joined: March 5th, 2005, 6:30 pm

February 12th, 2007, 8:32 pm #3

Hallo miteinander,

beim Betrachten meiner Modellbauvitrine bin ich grad ins Nachdenken /Philosophieren gekommen, wie denn so die Ansprüche von uns Modellbauern und mittlerweile die geliefere Qualität der Hersteller gestiegen sind.


Ich glaube 98 war die Wespe von Tamiya das Maß aller Dinge, 2001 war es der Marder und der FAMO von Tamiya, 2003 die Franziska von Trumpeter und heute: die details immer feiner, immer mehr zubehör - ist schon wahnsinn wie schnell die Ansprüche steigen.

die alten modelle von ende der 90er/anfang 2000 würden wahrscheinlich im Vergleich zu heutigen modellen und deren Zubehör heute nur als sehr guter durchschnitt durchgehen. Und das wenn ich bedenke, wie stolz ich damals war, eine wespe und einen marder mein eigen nennen zu dürfen.

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Torsten
Hallo Torsten,

ich kann Deine Gedanken nachvollziehen. Mir geht es fast genauso. Ich habe auch jedesmal gedacht, so das ist jetzt wirklich gut gelungen. Wenn ich mir die fertigen Modelle aus heutiger Sicht ansehe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob sie wirklich so gut gelungen sind. Ich glaube, zumindest ist es bei mir so, dass nicht so sehr die Modelle sich drastisch gebessert haben, es ist vielmehr die Bemalung. Mal ehrlich, wer hat damals nicht nur nach den Bemalungsunterlagen im Modellbaukarton gearbeitet. Heute werden vor jedem Baubeginn viele Bücher gewälzt, dann wird im Internet nachgesehen, es wird geprüft und verglichen, ob jede Schraube, jedes Werkzeug, auch wirklich an der Stelle angebracht war, an der sie in der Bauanleitung eingezeichnet ist. Dann sucht man sich ein tolles Foto als Vorlage und fängt an, genau dieses Fahrzeug nachzubauen. Heute benötige ich für die Bemalung mindestens so lange, wie für das Basteln. Dragon macht's möglich und liefert schon ausreichend Zubehör mit (bis auf Zimmerit, was ich bis heute nicht verstehe. Früher habe ich zusätzlich ein kleines Vermögen für Ätzteile, Alurohre, Resinzubehör, etc. ausgegeben. Gute Vorlagen in Modellbauzeitschriften und gute Tutoren wie Tony Greenland (vor 10 Jahren) oder heute MIG schrauben den Standard immer höher. Da ich heute aber auch immer länger brauche, um ein Modell fertigzustellen, wird der Berg an nicht gebauten Modellen immer größer. Auch bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich noch Resin Modelle bauen soll oder nicht. Wenn Trumpeter und Dragon in diesem Tempo weitermachen, wird es auch bald alle sogenannten Paper-Panzer als Plastikmodell geben.
Eine Frage bleibt aber: Was soll man mit den alten Modellen machen ?

Gruß
Klaus
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Joined: April 26th, 2005, 11:38 am

February 14th, 2007, 10:10 pm #4

Hallo miteinander,

beim Betrachten meiner Modellbauvitrine bin ich grad ins Nachdenken /Philosophieren gekommen, wie denn so die Ansprüche von uns Modellbauern und mittlerweile die geliefere Qualität der Hersteller gestiegen sind.


Ich glaube 98 war die Wespe von Tamiya das Maß aller Dinge, 2001 war es der Marder und der FAMO von Tamiya, 2003 die Franziska von Trumpeter und heute: die details immer feiner, immer mehr zubehör - ist schon wahnsinn wie schnell die Ansprüche steigen.

die alten modelle von ende der 90er/anfang 2000 würden wahrscheinlich im Vergleich zu heutigen modellen und deren Zubehör heute nur als sehr guter durchschnitt durchgehen. Und das wenn ich bedenke, wie stolz ich damals war, eine wespe und einen marder mein eigen nennen zu dürfen.

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Torsten
Moin Moin Zusammen

Nunja was vor x-Jahren "Standard" war ist im Moment evtl. obsolet oder gar verpönt, wobei im Moment das Angebot an Modellen, Zubehör und Informationsquellen schier unglaublich ist. In den letzten Jahren haben sich die Techniken schon verfeinert, aber an sich finde ich dass absolute "Neuerfindungen" eher selten sind.

Wenn man wirklich voran kommen möchte ist stets der Blick über den Tellerrand seines "Modellbaubereiches" nötig oder es kommt halt ein Anderer mit einer Innovation , die man nachher nachzuvollziehen versucht.

Bis vor Einiger Zeit habe ich Washings nur mit stark verdünnten Ölfarbbrühen vollzogen, nun bin ich dabei öfter mit den ollen Farben aus dem Schulfarbkasten herumzuexperimentieren.

Es stimmt auch, dass Modelle, die man vor Jahren mit voller Stolz in seine Vitrine gestellt hat, in Anbetracht der heutigen Detailfülle schon verblassen, aber die Detaillierung allein macht ja kein schönes Modell.

"Früher" war man an sich fast schon froh wenn es überhaupt ein Modell von einem Fahrzeug in Plastikspritzguss gab. "Heute" gibt es etliche "Doppelneuerscheinungen", wo sich dann die Geister scheiden, ob es "pure Nietenzählerei" oder doch an sich berechtigte Kritik ist. Da scheint der Umgangston manchmal schon verschärfte Züge anzunehmen, obwohl es an sich "nur" ein Hobby ist...

Und auf die Frage, was mit alten Modellen passieren soll....

- Verschenken

- Verkaufen

- Grabbelkiste/Ersatzteillager für ausgefallene Projekte

- "Tonne" (wenn es nichtmal für die Grabbelkiste taugt...)

- Behalten als "Maßstab" für die eigene Fortentwicklung

Das Gefühl "Das ist besonders Gelungen" bei einem fertiggestellten Modell ist wohl immer vorhanden und wenn nicht wird es eh kaum fertiggebaut... und das "Regal der Schande" mit nicht abgeschlossenen Projekten wächst weiter an... AUSSER man baut das Modell dann doch einmal zu Ende und fragt sich nachher "warum nicht gleich so" ...

Wie es halt so ist...

Gruß

Walter

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Joined: April 23rd, 2005, 6:33 pm

February 17th, 2007, 10:13 pm #5

Hallo miteinander,

beim Betrachten meiner Modellbauvitrine bin ich grad ins Nachdenken /Philosophieren gekommen, wie denn so die Ansprüche von uns Modellbauern und mittlerweile die geliefere Qualität der Hersteller gestiegen sind.


Ich glaube 98 war die Wespe von Tamiya das Maß aller Dinge, 2001 war es der Marder und der FAMO von Tamiya, 2003 die Franziska von Trumpeter und heute: die details immer feiner, immer mehr zubehör - ist schon wahnsinn wie schnell die Ansprüche steigen.

die alten modelle von ende der 90er/anfang 2000 würden wahrscheinlich im Vergleich zu heutigen modellen und deren Zubehör heute nur als sehr guter durchschnitt durchgehen. Und das wenn ich bedenke, wie stolz ich damals war, eine wespe und einen marder mein eigen nennen zu dürfen.

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Torsten
die alten Schätzchen,das waren noch Zeiten!Da konnte man noch in einem Wochenende ein Modell zusammenbauen,heute,Dragon-Modelle als Beispiel genommen,kommt man bei weitem damit nicht hin...Das diskuttieren wir schon seit einiger Zeit,nämlich,macht das denn wirklich noch Spaß oder artet das langsam in Marathon aus?So toll und umwerfend die Modelle heute sind,bei diesen ständig neuen Angeboten an Modellen und deren Teilevielfalt,kommt man doch garnicht mehr mit dem Bau hinterher.Habe einige angefangene Baukästen hier,aber wann und ob ich diese weiterbauen werde,steht in den Sternen.Man hinterfragt,ob es tatsächlich nötig ist,eine PzIV-Rolle aus zig Teilen darzustellen,oder ob es weit weniger auch tun würden und die Antwort ist ein klares Ja,es würde vollkommen reichen.Man stellt Spritzlinge nach dem Motto her,nicht kleckern,sondern klotzen und alles was machbar ist,wird gemacht.Ich bin mir sicher,daß eine gute Detailierung auch mit weniger Aufwand möglich wäre.Mir persönlich ist es wichtiger,daß ein Modell maßhaltig und korrekt proportioniert ist und nicht Fehler im Milimeterbereich hat,was leider trotz unglaublicher Präzision im Werkzeugbau heute immernoch,aus welchen Gründen auch immer,der Fall ist.Wie aber bei einigen anderen Dingen im Leben,wird es immer einen Gegentrend geben,so werden trotz ihres hohen Alters immernoch die alten Italeri oder Airfix-Bausätze gekauft,da diese schneller fertig sind und einfach mal wieder den Spaß in einem wecken,der mal vorhanden war.Wie hier schon gesagt wurde,mit der richtigen Bemalung kann man ein Modell sehr aufwerten und gewisse Unzulänglichkeiten kaschieren.
Es scheint mir,daß Dragon dieses,zummindest teilweise,auch erkannt hat und das der Grund für die Smart-Serien ist.So findet jeder das Modell,daß er bauen kann und will...
In diesem Sinne,beste Grüße!
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Joined: July 6th, 2006, 9:14 am

February 18th, 2007, 11:12 am #6

Hallo miteinander,

beim Betrachten meiner Modellbauvitrine bin ich grad ins Nachdenken /Philosophieren gekommen, wie denn so die Ansprüche von uns Modellbauern und mittlerweile die geliefere Qualität der Hersteller gestiegen sind.


Ich glaube 98 war die Wespe von Tamiya das Maß aller Dinge, 2001 war es der Marder und der FAMO von Tamiya, 2003 die Franziska von Trumpeter und heute: die details immer feiner, immer mehr zubehör - ist schon wahnsinn wie schnell die Ansprüche steigen.

die alten modelle von ende der 90er/anfang 2000 würden wahrscheinlich im Vergleich zu heutigen modellen und deren Zubehör heute nur als sehr guter durchschnitt durchgehen. Und das wenn ich bedenke, wie stolz ich damals war, eine wespe und einen marder mein eigen nennen zu dürfen.

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Torsten
Hallo!
Ich baue gerade den Tiger II mit Henschelturm von Dragon. Der stammt noch aus der Zeit bevor Dragon sich dachte alle Konkurrenten mit gnadenloser Detail-Überlegenheit aus dem Feld zu schlagen zu müssen...Der Bausatz hat Ätzteilgitter für die Lüftergrätings und das wars - vollkommen ausreichend.

Alles was ich an "Zurüstmaterial" verwende ist ein wenig Blech und Draht, sowie etwa ein Kilo Miliput fürs Zimmerit Mit dem Blech werden die Griffe an den Werkzeughalterungen dargestellt und mit dem Draht die Abschleppseile. (Überteuerte) Ätzteile für die Schürtzen benutze ich nicht, die werden an den Kanten dünn geschliffen, das reicht aus.

Worauf ich mich jetzt schon freue, ist die Bemalung. Ich meine, mit ihr steht und fällt ein Modell! Ich hab schon viele sehr gut gebaute Modelle gesehen, von denen ich dann, ehrlich gesagt, enttäuscht war, weil sie mäßig bemalt wurden. Andersherum habe ich auch schon solche gesehen, die von der Bemalung top waren, aber nur von mäßiger Bausatzqualität - was nicht halb so stark ins Gewicht viel!

Der Fairness halber muss ich sagen, dass ich nur Dioramen baue, da ist es Zeit- (und Geld-!!!!!!) technisch nicht praktikabel, viel Aufwand in Detailierung zu buttern. Es kommt vielmehr auf den realistischen Gesamteindrukt (Bemalung, Landschaftsgestaltung) sowie eine gute Komposition der Dio-Elemente an.

Aber für mich gilt immer: Bemalung vor Detailierung!

Grüße
OLF
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