Fehler an alten Tamiya Modellen

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Das deutschsprachige Missing-lynx Forum unter der Leitung des Teams von panzer-modell (Carsten Gurk und Thomas Hartwig). Hier konnt Ihr alles rund um den Militarmodellbau und Militargeschichte diskutieren.

Fehler an alten Tamiya Modellen

Joined: February 23rd, 2012, 8:34 pm

April 29th, 2012, 10:43 am #1

Hallo ihr Lieben,

da ich jetzt mal mit irgendwas starten wollte, das "nicht so kompliziert" ist (wie Zimmeritbelag am Tiger 1 mit heißem Werkzeug), habe ich mir mal von Tamiya den Tiger II (3557), Jagdtiger (35058), Panther A (35065) und Jagdpanther (3569) aus dem Keller gekramt. Ich habe geglaubt, durch das einfachere Laufwerk wäre das schneller gebaut als z.B. irgendwas mit Pz.III od. IV Laufwerk.

Nachdem ich mir die Teile angesehen habe, ist aus der Modellbau-Lust, auch schnell wieder Modellbau-frust geworden. Alle Wannen sind so verzogen, das an einen "schnellen Bau" nicht zu denken ist.

Ich finde es auch äußerst unglücklich, das man von unten in die Kettenkästen reinschauen kann.

Dann ist mir noch aufegfallen,das an den Panthern, auf der oberen Wannenhäflte eine Verzahnung angedeutet ist unten aber ist die Wanne "blank".

Ähnlich bei den Tigern, dort ist die Verzahnung oben und unten unterschiedlich angedeutet...

Und das Wannenheck scheint auch nicht so geformt, wie es sich gehört das sieht auch "irgendwie eigenartig" aus

Wie konnte Tamiya mit solchen Modellen bloß zu "Weltruhm" gelangen?

Welche "historischen Unkorrektheiten" weisen diese Modelle zusätzlich auf?

Vielleicht war der Kommentar neulich doch nicht so schlecht, im Sinne von: Wenn Du Dir nen gefallen tun willst, dann verkauf die Dinger auf nem Flohmarkt oder anderswo und hol dir was vernünftiges...
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Joined: May 9th, 2005, 10:05 pm

April 29th, 2012, 6:23 pm #2

Hallo Marko,

was erwartest du von Bausätze aus den frühen 1970 Jahren? Schau mal in die Wanne und auf die Spritlinge, das kannst du das jeweilige Datum sehen. Dann mußt du auch bedenken, wie die Bausätze anderer Hersteller waren.
Das was man heute bekommt, davon haben wir nicht einmal geträumt!

Gruß
Roland
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Joined: February 23rd, 2012, 8:34 pm

April 30th, 2012, 1:04 pm #3

Zitat:

Hallo Marco,

also das sind teilweise sehr betagte Bausätze.
Ich gebe mal meinen Senf dazu - entscheiden mußt Du das für Dich.

Tamiya:

35101 Möbelwagen: sehr fehlerhaftes Modell. Laufwerk ist völlig daneben.
35085 Wirbelwind: geht so hat aber einen fehlerhaften Turm.
35088 Jagdpanzer IV Lang: total überholt
35077 Brummbär: total überholt
35096 Panzer IV D: total überholt
35011 Panzer III M/N total überholt: Antriebsrad hat mich mal zur zeitweiligen Aufgabe des Hobby veranlaßt - so habe ich mich über diesen Käs geärgert.
35014 StuG III G: ebenso
35054 Panzer IV H: den habe ich auch noch. Mit Schürzen kannst die Gummikette nehmen oder ne Einzelglieder kaufen.

Zitat von Roland Greth

Das ich die alten Modelle nicht mit aktuellen anderer Firmen vergleichen sollte ist wohl richtig, aber (zumindest im Netz) kann man diese ganzen alten Modelle, aus den alten Formen von Tamiya immer noch kaufen. Und Tamiya hat es im Laufe von teilweise 40 Jahren nicht für möglich gehalten seine Formen zu berichtigen. Das ist es was mir bei dem Ruf den diese Firma genießt nicht in den Kopf will.
Schon als ich die Dinger damals gekauft habe, waren keine Elektromotoren mehr in den Bausätzen vorhanden, dennoch sind die Löcher und schlitze in den wannen immer noch vorhanden.

Und für meinen Geschmack ist es bei einer Firma mit einem Ruf wie den den Tamiya genießt ein Trauerspiel, das die das bis heute nicht berichtigt haben.

Vielleicht habe ich jetzt unglücklicherweise die 4 Bausätze erwischt, die am ärgsten sind und bei den anderen ist alles gut, aber zumindest nachdem was ich bis jetzt gesehen habe, vermisse ich die sprichwörtliche Passgenauigkeit, die von vielen Stellen so gelobt wird.

Liebe Grüße

Marco

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Joined: May 5th, 2005, 1:38 am

April 30th, 2012, 7:49 pm #4

Marco,

mal abgesehen davon, das Du Dir tatsächlich einige der älteren bzw sogar ältesten Tamiya- Bausätze rausgesucht hast, hoffe ich, das Du mir einen altklug klingenden Kommentar nicht übel nimmst: Du machst anscheinend den selben Fehler wie ich bei meinem Wiedereinstieg ins Hobby. Viel zu langes Gegrübel über Nebensächlichkeiten. Auf der Suche nach der perfekten Vorlage und der Suche nach potentiellen Fehlern des Bausatzes verliert man schnell das wesentliche aus den Augen - das Bauen!
Wenn man nach all den Jahren wieder in die Sache reinkommen möchte, ist es zunächst fast egal, was man baut - solange man es nur durchzieht und fertig stellt. Schnapp Dir den Pz IV D von Tamiya aus Deinem Stapel, das Modell ist gar nicht schlecht! Wenn Du unbedingt willst, besorg Dir noch ein neues Laufwerk von Tristar (Rollenwagen mit Rädern - wird einzeln als Bausatz verkauft) und den separat erhältlichen Tamiya- Werkzeugsatz (das ist ein einzeln verkaufter Gußast mit Bordwerkzeug und anderem Zubehör, aus einem der neueren Pz IV-Bausätze), damit sind die gröbsten 'Vereinfachungen' im Ursprungsmodell korrigiert und man bekommt ein wirklich schönes (und ein dabei sehr einfach baubares) Einstiegsmodell. Natürlich gibt es 'bessere', weil detailliertere und maßgenauere (und neuere) Bausätze des IV D von Tristar und Dragon, aber die sind anspruchsvoll und können einem durchaus schnell wieder den Spaß nehmen, weil sie für den Einstieg m.E. zu komplex sind.
Den Pz III M habe ich im übrigen meinen Sohn bauen lassen, der hatte damit auch seinen Spaß - man kann also mit den 'alten Gurken' immer noch was sinnvolles machen, wenn man sie sich nicht madig machen lässt. Die Löcher für die Elektromotoren sieht auch keiner mehr, wenn das Modell erst mal auf Ketten steht.
Also setz Dich einfach dran und bau das Ding!

Und nichts für ungut!

Gruß,

Stefan
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Joined: August 5th, 2002, 8:43 am

April 30th, 2012, 7:53 pm #5

Zitat:

Hallo Marco,

also das sind teilweise sehr betagte Bausätze.
Ich gebe mal meinen Senf dazu - entscheiden mußt Du das für Dich.

Tamiya:

35101 Möbelwagen: sehr fehlerhaftes Modell. Laufwerk ist völlig daneben.
35085 Wirbelwind: geht so hat aber einen fehlerhaften Turm.
35088 Jagdpanzer IV Lang: total überholt
35077 Brummbär: total überholt
35096 Panzer IV D: total überholt
35011 Panzer III M/N total überholt: Antriebsrad hat mich mal zur zeitweiligen Aufgabe des Hobby veranlaßt - so habe ich mich über diesen Käs geärgert.
35014 StuG III G: ebenso
35054 Panzer IV H: den habe ich auch noch. Mit Schürzen kannst die Gummikette nehmen oder ne Einzelglieder kaufen.

Zitat von Roland Greth

Das ich die alten Modelle nicht mit aktuellen anderer Firmen vergleichen sollte ist wohl richtig, aber (zumindest im Netz) kann man diese ganzen alten Modelle, aus den alten Formen von Tamiya immer noch kaufen. Und Tamiya hat es im Laufe von teilweise 40 Jahren nicht für möglich gehalten seine Formen zu berichtigen. Das ist es was mir bei dem Ruf den diese Firma genießt nicht in den Kopf will.
Schon als ich die Dinger damals gekauft habe, waren keine Elektromotoren mehr in den Bausätzen vorhanden, dennoch sind die Löcher und schlitze in den wannen immer noch vorhanden.

Und für meinen Geschmack ist es bei einer Firma mit einem Ruf wie den den Tamiya genießt ein Trauerspiel, das die das bis heute nicht berichtigt haben.

Vielleicht habe ich jetzt unglücklicherweise die 4 Bausätze erwischt, die am ärgsten sind und bei den anderen ist alles gut, aber zumindest nachdem was ich bis jetzt gesehen habe, vermisse ich die sprichwörtliche Passgenauigkeit, die von vielen Stellen so gelobt wird.

Liebe Grüße

Marco
Hallo!

Also an eines musst Du Dich gewöhnen: Bausätze werden nur in den allerseltensten Fällen überarbeitet und dann meist nur in Form von Zugaben von einer handvoll neuen teilen.
Alte Formen zu überarbeiten ist ein immenser finanzieller Aufwand und oft gar nicht möglich.

UND - wollen wir mal ehrlich sein: Die bausätze sind uralt und nicht im geringsten mit heuten Maßstäben zu vergleichen - sie waren damals auf der Höhe ihrer Zeit, wenn nicht sogar der Zeit voraus. Und heutzutage kann man aus diesen "Gurken" immer noch ein schönes Modell zaubern - dazu ist aber eben etwas Nacharbeit erforderlich.
Und machen wir uns weiterhin nichts vor - Modellbauer wie wir, die schon ein wenig pedantisch sind, machen vom großen Kuchen der Käufer von Tamiya Bausätzen nur den eher geringeren Teil aus. Die meisten, die mit dem Hobby anfangen oder nur mal einen panzer bauen wollen, denen sind solche Sachen, wie sie hier gerade "angeprangert" werden völlig egal und diese sind heilfroh, wenn eine Gummikette dabeiliegt.

Liegt alles beim Modlelbauer an sich, was er draus macht.
Hier mal ein paar Beispiele von mir. Alles uralte Tamiya Bausätze, nach meinem Belieben verfeinert:









Grüße

Thomas

Thomas Hartwig
Panzer-Modell.de
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Joined: August 5th, 2002, 8:43 am

April 30th, 2012, 7:56 pm #6

Marco,

mal abgesehen davon, das Du Dir tatsächlich einige der älteren bzw sogar ältesten Tamiya- Bausätze rausgesucht hast, hoffe ich, das Du mir einen altklug klingenden Kommentar nicht übel nimmst: Du machst anscheinend den selben Fehler wie ich bei meinem Wiedereinstieg ins Hobby. Viel zu langes Gegrübel über Nebensächlichkeiten. Auf der Suche nach der perfekten Vorlage und der Suche nach potentiellen Fehlern des Bausatzes verliert man schnell das wesentliche aus den Augen - das Bauen!
Wenn man nach all den Jahren wieder in die Sache reinkommen möchte, ist es zunächst fast egal, was man baut - solange man es nur durchzieht und fertig stellt. Schnapp Dir den Pz IV D von Tamiya aus Deinem Stapel, das Modell ist gar nicht schlecht! Wenn Du unbedingt willst, besorg Dir noch ein neues Laufwerk von Tristar (Rollenwagen mit Rädern - wird einzeln als Bausatz verkauft) und den separat erhältlichen Tamiya- Werkzeugsatz (das ist ein einzeln verkaufter Gußast mit Bordwerkzeug und anderem Zubehör, aus einem der neueren Pz IV-Bausätze), damit sind die gröbsten 'Vereinfachungen' im Ursprungsmodell korrigiert und man bekommt ein wirklich schönes (und ein dabei sehr einfach baubares) Einstiegsmodell. Natürlich gibt es 'bessere', weil detailliertere und maßgenauere (und neuere) Bausätze des IV D von Tristar und Dragon, aber die sind anspruchsvoll und können einem durchaus schnell wieder den Spaß nehmen, weil sie für den Einstieg m.E. zu komplex sind.
Den Pz III M habe ich im übrigen meinen Sohn bauen lassen, der hatte damit auch seinen Spaß - man kann also mit den 'alten Gurken' immer noch was sinnvolles machen, wenn man sie sich nicht madig machen lässt. Die Löcher für die Elektromotoren sieht auch keiner mehr, wenn das Modell erst mal auf Ketten steht.
Also setz Dich einfach dran und bau das Ding!

Und nichts für ungut!

Gruß,

Stefan
Kann dem nur zustimmen.

Einfach Augen zu und durch um erstmal wieder reinzukommen. Dann kann man sich Stück für Stück weiter in Details vertiefen!

Grüße

Thomas Hartwig
Panzer-Modell.de
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Joined: May 9th, 2005, 10:05 pm

April 30th, 2012, 9:58 pm #7

Hallo!

Also an eines musst Du Dich gewöhnen: Bausätze werden nur in den allerseltensten Fällen überarbeitet und dann meist nur in Form von Zugaben von einer handvoll neuen teilen.
Alte Formen zu überarbeiten ist ein immenser finanzieller Aufwand und oft gar nicht möglich.

UND - wollen wir mal ehrlich sein: Die bausätze sind uralt und nicht im geringsten mit heuten Maßstäben zu vergleichen - sie waren damals auf der Höhe ihrer Zeit, wenn nicht sogar der Zeit voraus. Und heutzutage kann man aus diesen "Gurken" immer noch ein schönes Modell zaubern - dazu ist aber eben etwas Nacharbeit erforderlich.
Und machen wir uns weiterhin nichts vor - Modellbauer wie wir, die schon ein wenig pedantisch sind, machen vom großen Kuchen der Käufer von Tamiya Bausätzen nur den eher geringeren Teil aus. Die meisten, die mit dem Hobby anfangen oder nur mal einen panzer bauen wollen, denen sind solche Sachen, wie sie hier gerade "angeprangert" werden völlig egal und diese sind heilfroh, wenn eine Gummikette dabeiliegt.

Liegt alles beim Modlelbauer an sich, was er draus macht.
Hier mal ein paar Beispiele von mir. Alles uralte Tamiya Bausätze, nach meinem Belieben verfeinert:









Grüße

Thomas

Thomas Hartwig
Panzer-Modell.de
Hallo,

also mal eins vorne weg. Ich wollte keinem auf die Füsse treten. Was denn Ruf von Tamiya ausmacht, ist die Passgenauigkeit, so gut wie keine Sinkstelle, wenig Grat und kein Formversatz.

Ich treibe mich auf verschiedenen Modellbau-Stammmtischen und -treffen herum. Ich habe auch schon mal in einem Laden gearbeitet und Bausätze verkauft. Deshalb glaube ich sagen zu können: Die meisten wollen keine Einzelgliederketten und irgenwelche Metalleteile. Wenn die zum Beispiel einen Tiger wollten und ich fragte was für eine Ausführung, dann schauten sie mich ungläubig an. Wenn ich lobend erwähnte "Dieser Bausatz hat eine Einzelgliederkette!", dann war die Antwort "Dann will ich ihn nicht."

Sie wollen entspannt ein Modell bauen und viel rumzuschnitzen. Von falschen Ketten, zu kurz Kanonen und was noch alles haben sie keine Ahnung und es stört sie auch nicht ( mich auch nicht, jeder wie er will). Und mehr wie 25 Öre darfs auch nicht kosten.
Eigentlich beneide ich diese Leute, denn ich erinnere mich noch gut am meine Anfangszeit. Auspacken, zusammenbauen, anpinseln - fertig!

Kein Bücher wälzen,kein korrigieren, nicht noch Geld für Zubehör ausgeben.

Ich habe auch Dragon-Bausätze für viel Geld mit genau so vielen Fehlern wie ein alter Tamiya. Das regt mich mehr auf.

Viele Grüße

Roland

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Joined: August 5th, 2002, 8:43 am

May 1st, 2012, 6:00 pm #8

Hi!

Genau Deine beobachtungen habe ich ja auch schon gemacht und auch geschrieben, dass der Großteil der Modellbauer sich gar nicht so an Fehlern stört wie unsereins.

Und genau das - diese Unbeschwertheit des bastelns - ist vielen wie uns leider verlorengegangen und man verzettelt sich in Detailfragen und dem wochenlangen recherchieren, usw. Meist für Details die 99% der späteren Betrachter gar nicht beachten oder als korrekt erkennen.
Man kann also fast ein wenig neidisch auf die "Bausatzkarton auf und losbasteln"-Franktion sein. Ich versuche zwischendruch einfach mal immer ein Modell out of the Box zu bauen und teilweise auch mal ohne Referenzstudium - das ist echt befreiend und bringt den guten alten bastelspaß zurück ... auch wenn immer wieder mal Bauchgrummeln dabei ist und man gern ein paar Bücher wälzen möchte.

Also - lange Rede kurzer Sinn: Die 70er Jahre Tamiya Modelle sind nicht mehr "State of the Art" aber für die meisten reichen diese immer noch aus und man kann nach eigenem Gusto immer noch was draus machen.
Ist halt persönlicher Geschmack.

Grüße

Thomas Hartwig
Panzer-Modell.de
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Joined: February 23rd, 2012, 8:34 pm

May 2nd, 2012, 11:59 am #9

bei Leuten denen es eagl ist, ob der Bauch des Panzers dicht ist, oder nicht, taucht mein Problem wohl auch gar nicht auf. Da es ja von Tamiya aus nur vorgesehen ist, die Wanne und das Oberteil, an der vorderen Naht und an der Oberkante der Heckplatte zu verkleben.Unter diesen Umständen ist kaum zu bemerken, ob die Wanne nen Verzug hat oder nicht.

Da ich aber nun mal die "Meise" habe, das ein Panzer von unten komplett geschlossen sein sollte, fällt es mir natürlich auf, wenn ich die Kettenabdeckung Halbmondförmig gestalten muss um die Fläche dicht zu kriegen

In einem anderen Modellbauforum habe ich ein Paar Bilder reingestellt um zu zeigen was mein Problem ist, nämlich nicht so sehr die "Historische Korrektheit", sondern einfach die Passform der (in diesem Fall Tiger II-) Wanne. Die habe ich nämlich mittlerweile mit diversen Spanten auf gleichmäßge Breite gebracht, damit ich die Wanne im Bereich der Ketten einigermaßen sauber geschlossen kriege. Und normales Plastik-Sheet konnte ich nicht benutzen, da das von der Wanne wieder zusammengedrückt wurde. Ich hatte zum Glück in meiner Grabbelkiste noch das "Schlafabteil" eines Ami-Trucks. Dieser Kunststoff hatte genug Eigenstabilität um dem Druck der Wanne stand zu halten und er ließ sich noch mit dem normelen Kleber kleben.

Also keine Panik, ich versuche ja nicht auf biegen und brechen Tamiya schlecht zu machen, aber bei dem Ruf die die Firma genießt, war ich eben ein wenig angesäuert, wg. der verzogenen Wannen...

Liebe Grüße

Marco
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Joined: January 18th, 2012, 4:19 pm

May 2nd, 2012, 3:19 pm #10

Hallo ihr Lieben,

da ich jetzt mal mit irgendwas starten wollte, das "nicht so kompliziert" ist (wie Zimmeritbelag am Tiger 1 mit heißem Werkzeug), habe ich mir mal von Tamiya den Tiger II (3557), Jagdtiger (35058), Panther A (35065) und Jagdpanther (3569) aus dem Keller gekramt. Ich habe geglaubt, durch das einfachere Laufwerk wäre das schneller gebaut als z.B. irgendwas mit Pz.III od. IV Laufwerk.

Nachdem ich mir die Teile angesehen habe, ist aus der Modellbau-Lust, auch schnell wieder Modellbau-frust geworden. Alle Wannen sind so verzogen, das an einen "schnellen Bau" nicht zu denken ist.

Ich finde es auch äußerst unglücklich, das man von unten in die Kettenkästen reinschauen kann.

Dann ist mir noch aufegfallen,das an den Panthern, auf der oberen Wannenhäflte eine Verzahnung angedeutet ist unten aber ist die Wanne "blank".

Ähnlich bei den Tigern, dort ist die Verzahnung oben und unten unterschiedlich angedeutet...

Und das Wannenheck scheint auch nicht so geformt, wie es sich gehört das sieht auch "irgendwie eigenartig" aus

Wie konnte Tamiya mit solchen Modellen bloß zu "Weltruhm" gelangen?

Welche "historischen Unkorrektheiten" weisen diese Modelle zusätzlich auf?

Vielleicht war der Kommentar neulich doch nicht so schlecht, im Sinne von: Wenn Du Dir nen gefallen tun willst, dann verkauf die Dinger auf nem Flohmarkt oder anderswo und hol dir was vernünftiges...
Hallo Leute,

Mann, da fährt man mal in ein verlängertes WE und dann kommt so ein Hammerthema. Gut, es is eh schon vieles gesagt worden, daher hier nur meine persönliche Meinung:

Ich kam über die Tamiyamodelle meines Vaters zum Modellbau. Ich weiß noch genau, wie ich als Kindergartenkind diese Schätze in der Wohnzimmervitrine bewundert habe. Damals wie heute wars mir sowas von Egal, ob die Modelle historisch Korrekt und als Bausatz hochdetailiert waren. Es ging mir lediglich darum, dass da einige Panzer standen, die ich NIE ohne Aufsicht anschauen durfte, geschweige denn, damit spielen (obwohl sie alle motorisiert und fahrtüchtig waren). Dieses besondere an den Modellen und das versprechen, wenn ich älter sei dürfe ich sie alleine halten und sogar mitbauen, haben damals mein Interesse geweckt. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie stolz ich war, als ich dann zum ersten Mal meinem Vater "helfen" durfte indem ich zwei alte Fahrerfiguren von der 8ton Zugmaschine zusammenklebte...

Heute fehlt das irgendwie, der "Zauber" am Modell an sich. Auch wenn man die Fachzeitschriften liest, kommt es einem vor, als wollten die Autoren sich nur gegenseitig übertrumpfen, wer das bessere Modell bauen kann. Und "out of the Box" wird sowieso als minderwertig angesehen. Das geht dann soweit, dass sich jemand einen teuren Bausatz kauft und dann sämtliche Teile durch Eigenbauten ersetzt, weil die Detaillierung der Bausatzteile nicht gut genug ist.
In meiner nicht modellbauenden Umgebung an der Uni, kann ich niemanden begeistern, wenn ich erzähle, dass ich mir Friul-Ketten gekauft hab, statt der Vinylketten. Und die wollen sich auch gar nicht dafür begeistern. (höchstens die Maschinenbauer, aber die werkeln dann doch lieber an den Originalen)

Natürlich bewundere auch ich die Fertigkeiten eines guten Modellbauers und sein gut gebautes Modell, aber mal ehrlich, die meisten Leute achten eh mehr auf die Bemalung und weniger auf korrekte Details. Ich hab zB. noch nie auf einer Ausstellung jemanden sagen hören: "Also diese Art Werkzeughalteungen hats bei dem P IV Ausführung G. so nicht gegeben, sondern erst beim H." und selbst wenn, gabs erstens fast 10.000 IVer aus drei Werken, die großteils alle mal durch die Heimatinstandsetzung liefen, und zweitens gibts von allen von denen keine Detailfotos. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es uns beim Bundesheer sch...egal, dass die Hälfte unserer Leo II noch die holländischen Nebelwefer hatten und die andere schon die neuen österreichischen. Wir waren mehr an der Standheizung interessiert.
Darum achte ich auch mehr auf zeitliche Korrektheit und baue meine Modelle nicht sklavisch nach originalen Fotos, sondern schau nur nach, wenns mehrere Darstellungsmöglichkeiten gibt, welche dieser Details am häufigsten vorkamen, bzw. an welchen Einsatzorten sie belegt sind. (So machen zB. Seitenschürzen keinen Sinn an den P IV im Polenfeldzug, sehr wohl aber, ob die Zusatzpanzerung an der Front der Gs Standard war, oder nicht - für alle dies nicht wissen, sie wars nicht und ja, ich bau grad nen PIV G).

Ich will niemandem auf die Füße treten, aber es ist schon ein Jammern auf höchstem Niveau, das hier läuft. Mein Vater sagt zu den heutigen Bausätzen: "Das war früher undenkbar und von solchen Sachen konnten wir damals nicht mal träumen" Und ich finds toll, dass es Leute gab und gibt, die daran arbeiten, diese Träume zu verwirklichen, auch wenn sie nicht perfekt sind, aber wer ist das schon.

In diesem Sinne wünsche ich mir, dass es wieder mehr bewußt wird, dass es im Modellbau vor allem um die Freude am Bauen und das tolle Gefühl geht, das man hat, wenn man wieder etwas mit seinen Händen erschaffen hat und nicht nur darum, ob die Sicherungskette der Nebelwurfbecherabdeckungen nach links hingen, oder nach rechts.

Gruß Christoph
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